Login to German CFA
Deutsch
English
News News

Eurobonds können gegen die Schuldenkrise helfen, aber Moral Hazard bleibt die Hauptsorge der Investmentexperten

Umfrage unter CFA Charterholdern im Rahmen der Konsultation der EU Kommission

23.01.2012 10:24 Posted 2 yrs ago.


Quelle: Mitgliederbefragung des CFA Institute: Stabilitätsanleihen der Eurozone (Januar 2012)

London/Frankfurt, 23. Januar 2012 – Die gemeinsame Emission sogenannter „Stabilitätsanleihen“ kann einen Beitrag leisten zur Lösung der Schuldenkrise, allerdings nur im Kontext struktureller Reformen, fiskalpolitischer Integration und einer gestärkten gemeinsamen Governance – dies ist das Hauptergebnis einer Umfrage, die das CFA Institute unter Experten in der Investmentbranche in der EU und der Schweiz im Rahmen der Konsultationen der Europäischen Kommission durchgeführt hat.

An der Umfrage haben 798 Mitglieder des CFA Institutes teilgenommen. „Zwei Drittel der Befragten analysieren, managen oder beraten Fixed Income Investments. Damit liefern wir der EU Kommission eine wertvolle Einschätzung von Investoren und Praktikern, inwieweit solche Stabilitätsanleihen ein geeignetes Instrument zur Lösung der Liquiditätsengpässe der Mitgliedstaaten in der Eurozone sind. Sie machen die Herausforderungen und die offenen Fragen deutlich“, sagt Peter Jakobus, Präsident der German CFA Society.

Im Wesentlichen ergaben sich folgende Ergebnisse:

  • Die Mehrheit der Antwortenden stimmt zu, dass eine gemeinsame Emission von Stabilitätsanleihen durch Mitgliedstaaten der Eurozone die Staatsschuldenkrise mindern (55 Prozent), wieder für mehr Stabilität an den Finanzmärkten des Euroraums sorgen (52 Prozent) und die Effektivität der Geldpolitik im Euroraum erhöhen würde (56 Prozent).
  • Gesamtschuldnerische Garantien wären für eine gemeinsame Emission von Stabilitätsanleihen unter Mitgliedstaaten des Euroraums laut 64 Prozent der antwortenden Mitglieder der effektivste Ansatz.
  • Eine teilweise Ersetzung nationaler Emissionen durch Stabilitätsanleihen, bei der ein Teil des Finanzierungsbedarfs von Regierungen über Stabilitätsanleihen abgedeckt werden würde und der Rest über nationale Emissionen, wird von 64 Prozent unterstützt.


Die Gefahr des Moral Hazard, also die fehlende Sanktionierung mangelnder Haushaltsdisziplin einzelner Mitgliedstaaten, ist eine große Sorge für die Mitglieder des CFA-Institutes. Aus diesem Grund erachten sie für die teilnehmenden Mitgliedstaaten Folgendes als Grundvoraussetzungen:

  • Eine deutlich gestärkte wirtschaftliche, finanzielle und politische Integration (86 Prozent)
  • Eine erhöhte Kontrolle und Einflussnahme bei der Formulierung und Umsetzung nationaler Fiskalpolitik (88 Prozent)
  • Ein begrenzter Zugang zu Stabilitätsanleihen im Falle von Verstößen gegen für den ganzen Euroraum geltende Prinzipien der Governance (90 Prozent)


Agnès Le Thiec, CFA, Director, Capital Markets Policy, CFA Institute, zur Umfrage: „Die Mehrheit unserer Mitglieder ist der Meinung, dass die gemeinsame Emission von Stabilitätsanleihen einen Beitrag zur Lösung der Schuldenkrise in der Eurozone leisten könnte. Neue Finanzinstrumente werden jedoch nicht die strukturellen Probleme von Ungleichgewichten in Handel und Wettbewerbsfähigkeit oder die Staatsverschuldung vieler Mitgliedstaaten lösen. Stabilitätsanleihen bergen zudem das Risiko des Moral Hazards und müssten daher mit wesentlich weitreichenderen strukturellen Reformen, einer viel stärkeren fiskalpolitischen Integration und einem starken gemeinsamen Governance-Rahmen einhergehen.“


Nitin Mehta, CFA, Managing Director für die EMEA-Region im CFA Institute: „Das Grünbuch über Stabilitätsanleihen, das von der Europäischen Kommission veröffentlicht wurde, regte eine wichtige Debatte darüber an, wie die gemeinsame Emission europäischer Anleihen helfen könnte, die Finanzmärkte zu stabilisieren. Der Erfolg des Vorschlags hängt aber von der Einstellung der Anleger ab. Und diese ist zwar grundsätzlich positiv, aber nur mit knapper Mehrheit und wichtigen Bedingungen.“




Methode und Feedbackquote:
Alle Mitglieder des CFA Institutes in der Europäischen Union und der Schweiz wurden eingeladen, an einer Online-Umfrage teilzunehmen. Die Umfrage wurde am 20. Dezember 2011 an 15.297 Mitglieder verschickt und am 28. Dezember 2011 wurde an diejenigen, die bis dahin nicht geantwortet hatten, ein Erinnerungsschreiben gesendet. Die Umfrage wurde am 4. Januar 2012 um 12.00 Uhr (EST) geschlossen. Insgesamt nahmen 798 Mitglieder teil, was einer Rücklaufquote von 5 % und einer Fehlermarge von ± 1,62 % entspricht.

Zusammensetzung der Teilnehmer:
Die Haupttätigkeiten der Teilnehmenden waren: Portfoliomanager (26 %), Finanzanalysten (21 %), Berater (7 %), Risikomanager (6 %), CEO (6 %), Kundenmanager/Vertrieb und Marketing (5 %), Anlageberater (4 %). Von den Antwortenden waren 82 % sechs oder mehr Jahre in der Finanzbranche tätig. Die meisten Antworten kamen aus dem Vereinigten Königreich (23 %), Deutschland (18 %), der Schweiz (13 %), Italien (5 %), Frankreich (4 %) und den Niederlanden (4 %).


KontaktGeschäftsstelleTelefonE-Mail
SponsorenAktuelle SponsorenWerden Sie Sponsor
PersonalabteilungenStellenanzeigenKonditionenKontakt
LoginsMember LoginNewsletter SignupCFA Institute Login
LegalImpressumDisclaimerAGB