04.06.2021 | CFA Society Germany

Pressemitteilung: CFA Institute Studie: Investment Professionals wünschen sich mehr Flexibilität und hybride Arbeitsplätze

Frankfurt, 4. Juni 2021 – Das CFA Institute, ein globaler Finanzverband mit mehr als 170.000 Mitgliedern, hat den ersten Bericht seiner vierteiligen Forschungsstudie „Future of Work in Investment Management“ veröffentlicht. Für die Umfrage wurden weltweit ca. 4.600 Mitglieder des CFA Institutes sowie Führungskräfte von 41 Investmentunternehmen, die mehr als 234.000 Mitarbeiter repräsentieren, befragt.

Ziel der Studie ist es, den Wandel des Arbeitsplatzes mit Blick auf die Art und Weise, wie, wo und wann wir arbeiten zu erforschen. Der Bericht untersucht nicht nur, wie sich die Pandemie auf die Einstellung der Menschen zu ihrer Arbeitsumgebung ausgewirkt hat, sondern auch die realen Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle und Strukturen der Arbeitgeber.

"Wir befinden uns an der Schnittstelle zwischen der Rückkehr an den Arbeitsplatz und der Zukunft der Arbeitswelt. Die vielfältigen Herausforderungen, mit denen wir als Organisationen und Individuen im Laufe der Pandemie konfrontiert waren, sind zu Chancen geworden, unsere zukünftige Arbeitsweise zu verändern", so Margaret Franklin, CFA, Präsidentin und CEO des CFA Institute. "Innerhalb der Investmentbranche ist die Zeit gekommen, die Normen zu hinterfragen, die lange Zeit unseren Arbeitsalltag bestimmt haben. Unsere Arbeitsweise muss sich anpassen."

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass 81 Prozent der befragten Finanzexperten mindestens teilweise im Homeoffice arbeiten möchten (in Deutschland sogar 88 Prozent). Dies deutet darauf hin, dass ein hybrides Arbeitsmodell auf dem Vormarsch ist. Die Mehrheit der Investment Professionals (60 Prozent) ist zuversichtlich, dass Führungskräfte in der Lage sind, Teams in einer hybriden Arbeitsumgebung zu managen. Dennoch befürchten sie, dass es für Manager schwieriger sein wird, in einer hybriden Arbeitsumgebung effektiv zu sein als in einem reinen Homeoffice-Umfeld. Die Studie ergab auch, dass die Entscheidungen von Führungskräften im Umgang mit den Belastungen der Pandemie nachhaltige Auswirkungen auf die Beziehungen zu Mitarbeitern haben werden. 

Der erste Bericht der „Future of Work in Investment Management“ Studienreihe erforscht die drei Kernthemen der Transformation von Arbeitsplätzen:

Arbeitsumfeld – Wo die Arbeit erledigt wird: 

  • Finanzexperten sind zuversichtlich hinsichtlich der Sicherheit ihres Arbeitsplatzes in den nächsten 18 bis 24 Monaten: 75 Prozent der Befragten glauben, dass ihr Arbeitsplatz sicher ist. 
  • Die Arbeitgeber unterstützen den Wunsch ihrer Mitarbeiter im Homeoffice zu arbeiten: Die Akzeptanz von Homeoffice-Richtlinien ist von 15 Prozent vor der Pandemie auf 77 Prozent nach der Pandemie gestiegen. 
  • Insgesamt glauben Investment Professionals, dass die Arbeit im Homeoffice ihre Effizienz gesteigert hat (53 Prozent). Diese Anpassungsfähigkeit gilt für alle Rollen, einschließlich derer, die als unvereinbar mit Homeoffice galten, z.B. Chief Financial Officers und Trader. Die Struktur der Rollen im Investment Management zeigt auch, dass sie sich gut für eine hybride Umgebung eignen.

Arbeitsinhalt – Welche Arbeit erledigt wird: 

  • Die Arte der Kundenkommunikation werden sich deutlich verändern. Zum Beispiel wird erwartet, dass Geschäftsreisen dauerhaft um 25 bis 50 Prozent reduziert werden. 
  • Investment Professionals stellen jedoch fest, dass der verstärkte Einsatz von Technologien auch Risiken birgt: 59 Prozent der Befragten geben an, dass die Aufsichtsbehörden die Instrumente der Finanztechnologie genauer unter die Lupe nehmen werden, da hybride Modelle immer mehr Verbreitung finden. 
  • Fast alle Befragten gaben an, dass sie sich aktiv neue Fähigkeiten aneignen müssen, um sich beruflich weiterzuentwickeln. Weniger als die Hälfte sagte jedoch, dass sie hierfür von ihrem Unternehmen die nötige Unterstützung erhalten.

Unternehmenskultur – Wie Arbeit erledigt wird: 

  • Viele Führungskräfte von Investmentunternehmen sehen in der Pandemie etwas Positives: 59 Prozent sind der Meinung, dass sich die Unternehmenskultur verbessert hat, weil ihre Beschäftigten mehr über ihre Kollegen erfahren haben. 
  • Dennoch gaben 100 Prozent der Führungskräfte von Investmentunternehmen an, dass psychische Probleme die größte Herausforderung für ihre Mitarbeiter darstellen, dicht gefolgt von den Auswirkungen der Kinderbetreuung und der Betreuung von Angehörigen (80 Prozent). 
  • Die Studie zeigt auch, dass sich die Faktoren, die Investment Professionals am meisten bei der Arbeit motivieren, verschoben haben. So sind Flexibilität am Arbeitsplatz und gute Teammitglieder wichtiger geworden. Dies könnte eine direkte Folge der wirtschaftlichen Auswirkungen und der sozialen Isolation durch die Pandemie sein.

„Dass laut Studie fast 90% der deutschen Investment Professionals hybrid arbeiten möchten lässt aufhorchen. Erfolgreiche Firmen werden diesen Trend erkennen und sich entsprechend anpassen müssen. Die Digitalisierung des Standorts Deutschlands wird dadurch auch zusätzliche Impulse bekommen, die neue hybride Arbeitswelt der Zukunft zu ermöglichen“, kommentiert Susan Spinner, CFA, geschäftsführender Vorstand der CFA Society Germany. 

Das Arbeiten der Zukunft im Investment Management wird in ergänzenden Studien weiter beleuchtet. Diese werden im Laufe des Jahres 2021 veröffentlicht.

Unter folgendem Link können Sie die Ergebnisse des Berichts „Future of Work in Investment Management” herunterladen:
https://www.cfainstitute.org/-/media/documents/survey/future-of-work-overview-11may21.ashx

Die Autorin / Der Autor

CFA Society Germany

Die CFA Society Germany ist der führende und mitgliedsstärkste Berufsverband für professionelle Investoren und Investmentmanager in Deutschland. Mit mehr als 2.800 Mitgliedern repräsentiert die CFA Society Germany einen Querschnitt der ... mehr