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Rating-Industrie – Immer noch ein systemisches Risiko für die Kapitalmärkte?

Acht Jahre sind seit dem Beginn der Finanzkrise vergangen. Was zunächst unter dem Schlagwort „Subprime Crisis“ Mitte 2007 für erste Verwerfungen sorgte, hat sich zur größten Krise der Kapitalmärkte, der Weltwirtschaft und unseres Geldwesens seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts ausgeweitet. An der Quelle der dieser Krise zugrunde liegenden Verwerfungen und Fehlallokationen lag eine Kreditblase, an deren Entstehung das quasi-monopolistische System der Ratingwirtschaft maßgeblich beteiligt war. Eine Analyse der damaligen Ereignisse zeigte, dass ein komplexes Wechselspiel von Anreizen, Interessenkonflikten und institutionellen Fehlkonstruktionen im Wechselspiel der globalen Kredit-Kapitalmärkte ineinandergreifen musste, um dieses Ergebnis zu erzeugen. Alle Beteiligten, Staat, Geschäftsbanken, Hypothekeninstitute, Investmentbanken und Aufsicht hatten Anteil daran, als Hauptakteur können aber insbesondere die Ratingagenturen gesehen werden.

In den Folgejahren wurde verschiedene Initiativen gestartet, dieses Problem durch Regulierung zu lösen, Fortschritte hierbei sind aber kaum zu verzeichnen. Nach wie vor stellen die Ratingagenturen ein Konzentrationsrisiko der Fehlallokation von Kapitalressourcen gigantischen Ausmaßes dar, weil die Regulierung zum großen Teil  fehlerhaften ökonomischen Analysen folgte und die Industrie nach wie vor kaum Wettbewerb ausgesetzt ist.