18.10.2018 | CFA Institute

Pressemitteilung: Millennials und Finanzen - Wo die Klischees nicht mehr zutreffen

Aktuelle Studie zeigt: Millennials sind in Finanzfragen verunsichert, haben moderate Sparziele und hätten lieber eine menschliche als eine digitale Vermögensberatung.

New York / Frankfurt, 18.10. 2018Selbstbewusst, digital, individuell, anspruchsvoll - Eigenschaften, die der sogenannten „Millennial“-Generation häufig zugeschrieben werden. In Finanzfragen treffen diese jedoch mehrheitlich nicht zu, wie eine aktuelle Umfrage im Auftrag des CFA Institute und der FINRA Investor Education Foundation zeigt. Die Studie „Uncertain Futures: 7 Myths about Millennials and Investing“ untersucht die Einstellungen und das Verhalten von Millennials im Hinblick auf Finanzen und Geldanlage.

Mensch vor Maschine

Der Studie zufolge, fehlt es den meisten Millennials in Sachen Finanzen an Selbstbewusstsein und Sicherheit. Darüber hinaus zeigt diese Generation, obwohl sie in einer digitalen Welt herangewachsen ist, bisher wenig Interesse an sog. „Robo Advisers“ (digitalen Vermögensberatungs- und Investment-Tools). Vielmehr bevorzugen Millennials den direkten Kontakt zu menschlichen Beratern.

Die Studie vergleicht die Angaben von US-amerikanischen Millennials ohne investiertes Vermögen mit solchen, die ausschließlich in einen Rentenplan einzahlen und solchen, die ihr Geld auch anderweitig angelegt haben. Darüber hinaus wird auch verglichen, wie sich die Einstellungen von Privatanlegern der Millennial-, Gen X- und Babyboomer-Generationen unterscheiden.

Neue Anlegergeneration

„Millennials werden in den kommenden Jahrzehnten geschätzte 40 Billion US-Dollar erben“, betont Bjorn Forfang, stellvertretender Geschäftsführer des CFA Institute. „Durch den Blick auf ihre wahren Präferenzen und Sorgen bei der Vermögensplanung, kann diese Studie Finanzinstitutionen und -beratern dabei helfen, die Bedürfnisse der nächsten Anlegergeneration besser zu bedienen.“

Millennials: Mythos vs. Realität

Mythos: Millennials haben hoch gesteckte finanzielle Ziele

Realität: Entgegen dem gängigen Glauben, dass die Millennial-Generation möglichst früh in Rente gehen und ein komfortables Leben haben möchte, gehen die meisten Befragten Millennials vom üblichen Rentenalter aus. Ihre Sparziele sind mehrheitlich sehr moderat und vergleichbar mit denen der Vorgänger-Generationen, nämlich „für einen gesicherten Ruhestand vorsorgen“.

Mythos: Geringes Einkommen und Schulden sind die größten Hürden für die Vermögensplanung.

Realität: Obwohl sowohl Einkommen als auch Schuldenlast wesentliche Hürden für die Befragten darstellen, geben auch 39% derer, die kein Geld angelegt haben, an, dass ihnen das Wissen dazu fehlt. „In Deutschland, wo Studienkredite weniger verbreitet sind, dürfte dieser Aspekt eine noch größere Bedeutung haben“, ergänzt Susan Spinner, Geschäftsführende Vorsitzende der CFA Society Germany.

Mythos: Millennials bevorzugen digitale Kommunikation und Robo Adviser.

Realität: Trotz ihrer hohen Affinität für Technologie, würden 58% der befragten Millennials lieber persönlich mit einem Finanzberater zusammenarbeiten. Das deckt sich mit den Angaben der Babyboomer (60%) und Generation X (58%). Nur 16% der teilnehmenden Millennials haben große Interesse, Robo Adviser zu nutzen.

Eltern und Familie ausschlaggebend

Über die Hälfte (54%) der befragten Millennials, die auch über eine reine Altersvorsorge hinaus Geld angelegt haben, gaben ihre Eltern oder Verwandte als wesentliche Treiber für diese Entscheidung an. Interessant ist auch, dass knapp ein Drittel (31%) dieser Gruppe bereits vor dem 21. Lebensjahr mit dem Investieren begonnen hatten, im Vergleich zu nur 14% bzw. 9% der gefragten Privatanleger der Generationen X und Babyboomer. Auch hier spielt das Elternhaus offenbar eine wichtige Rolle, denn die Hälfte dieser jugendlichen Anleger hatte schon vor dem 18. Lebensjahr mit den Eltern über Vermögensplanung gesprochen.

Internationale Gemeinsamkeiten

„Diese Befragung wurde in den USA durchgeführt, wo der Markt sich natürlich von Deutschland unterscheidet“, gibt Susan Spinner, Geschäftsführende Vorsitzende der CFA Society Germany, zu bedenken. „Aber wir wissen, dass es dennoch viele Gemeinsamkeiten gibt: Über die Hälfte deutscher Millennials hat Angst vor Altersarmut, aber weniger als die Hälfte sorgen für das Alter vor. Auch hier müssen die Hürden von mangelnder Finanzbildung, mangelndem Vertrauen und großer Unsicherheit überwunden werden. Die Investmentbranche muss darauf bessere Antworten finden.“

Weitere Informationen, eine Infografik sowie die vollständigen Studienergebnisse finden Sie hier: https://www.cfainstitute.org/research/survey-reports/millennials-and-markets-2018

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CFA Institute & CFA Society Germany e. V.

Als globaler Non-Profit-Berufsverband für die Investmentbranche engagiert sich das CFA Institute für ethische und professionelle Branchenstandards in der Finanzindustrie und genießt weltweit hohes Ansehen als fundierte Wissensquelle für Kapitalmarktthemen. Hauptziel des Verbandes ist es, ein Umfeld zu schaffen, das die Interessen der Anleger voranstellt und wirtschaftliches Wachstum sowie die Funktionsfähigkeit der Märkte gewährleistet. Das CFA Institute ist in 151 Lokalverbänden organisiert und hat weltweit mehr als 154.000 Mitglieder in über 165 Ländern. In Deutschland ist der Verband seit 2000 durch die CFA Society Germany vertreten, dem mit über 2.600 Mitgliedern mitgliedsstärksten Berufsverband für professionelle Investoren und Investmentmanager in Deutschland. Weitere Informationen finden Sie unter: www.cfainstitute.org bzw. www.cfa-germany.de.

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CFA Institute

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