23.06.2020 | Dr. Christian Jasperneite | Video

Worauf es im aktiven Portfoliomanagement ankommt - und was sich geändert hat

Aktives Management ergibt grundsätzlich nur Sinn, wenn man einen vergleichsweise hohen Tracking Error zulässt - sonst ist nach Kosten die Wahrscheinlichkeit hoch, dass man die Benchmark nicht schlägt, obwohl man bei seinen Entscheidungen eine Trefferquote von über 50% hatte. Gleichzeitig führen langfristig sehr gute aktive Portfolios mit einem hohen Alpha zuweilen zu temporären Draw-Downs, die von Kunden kaum toleriert werden. In diesem Spannungsfeld muss eine sinnvolle Portfoliokonstruktion gelingen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich nicht in jeder Marktphase ein hoher Tracking Error mit einem sehr aktiven Ansatz auszahlt. Einige Analysen legen nahe, dass gerade in Krisenzeiten langfristig eigentlich gut funktionierende Selektionsmechanismen keinen Mehrwert liefern. Zudem gilt es zu berücksichtigen, dass in Zeiten extrem expansiver Geldpolitik einige Regeln des aktiven Asset Managements ohnehin neu geschrieben werden müssen.